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29.11.18 - Kategorie: Neues von ZEIT FÜR MENSCHEN

28.11.18 - LKZ - Eine glückliche Fügung sorgt für frohe Gesichter


Das Elektroauto macht die Wege auf dem Samariterstift-Gelände kürzer.

Leonberg - Es sieht aus wie ein Golf-Cart, ist aber keines. Das Elektrogefährt auf dem Gelände des Samariterstifts wird künftig die Bewohner der 89 betreuten Wohnungen um einiges mobiler machen. Die Leonberger Traditionsfirma Granzow hat das Elektroauto über die Leonberger Stiftung Zeit für Menschen nun ganz offiziell an Kerstin Neub-Adam übergeben. Sie ist die Leiterin des Seniorenwohnens des Samariterstifts.

„Wir haben beschlossen, dass unsere rund 4000 Geschäftskunden in diesem Jahr zum ersten Mal kein Weihnachtspräsent bekommen, das schnell vergessen ist, sondern wir wollten etwas Nachhaltiges unterstützen, das anderen Menschen lange eine Freude macht und das sie sich nicht leisten können“, sagt Waldemar Bentel, der Geschäftsführer von Granzow. 

Der Zufall spielt eine entscheidende Rolle

„Es ist eine äußerst glückliche Fügung gewesen“, sagt Inge Horn, die Schirmherrin der 2007 gegründeten Leonberger Stiftung Zeit für Menschen, deren Sprecherin sie gegenwärtig ist. Kerstin Neub-Adam hatte nämlich das Thema bei einem Treffen mit der Stiftung angesprochen, weil einige der Bewohner auf dem Gelände an der Schleiermacherstraße nicht mehr so gut zu Fuß sind. Das Mittagessen wird aber in der Cafeteria des Pflegeheims serviert, was für einige Bewohner ein beschwerlicher Weg ist. Die Lösung, sie im Rollstuhl zu bringen, scheiterte am Personalmangel. Ein gewöhnliches Auto einzusetzen, hat sich als zu aufwendig erwiesen. 

„Wir wollten erst ein Golf-Cart testen, doch kein Club konnte uns eines zur Verfügung stellen“, sagt Kerstin Neub-Adam. Dann habe die Firma, die den offenen Sechssitzer mit Elektroantrieb herstellt, einen zur Probefahrt angeboten. „Alle waren begeistert und die Ideen sprudelten nur so, wofür das Auto benutzt werden könnte: Zum Gottesdienst fahren, einen Abstecher auf den Marktplatz zu machen, gemeinsam ein Café zu besuchen“, schildert Neub-Adam. 

Viele glückliche Gesichter

„Es hat viele glückliche Gesichter gegeben.“ Das freut nicht nur Granzow-Geschäftsführer Waldemar Bentel, sondern auch die Stiftungssprecherin. „Letztendlich treten wir mit der Stiftung dafür an, den Alltag der Bewohner zu bereichern.“ Was die Stiftung noch zusätzlich freut, ist, dass Granzow für den gesamten Betrag von rund 13?000 Euro für das Elektroauto aufkommt. „Wir waren nicht in der Lage, das finanziell zu stemmen“, sagt Inge Horn. „Mit dem Auto, das bis zu 40 Stundenkilometer schafft, dürfen wir auch auf den Gehwegen im Gelände fahren, sodass die längste Fahrt kaum zwei Minuten dauert“, ist Kerstin Neub-Adam zufrieden. 

Die Pflegheimleiterin Sylvia Reck denkt schon laut darüber nach, damit beim Pferdemarktumzug teilzunehmen.