Meldungen

17.12.14 - Neues von ZEIT FÜR MENSCHEN

Für Feuerbach und wo am Nötigsten


Da war für Frank Wößner als Vorstandsvorsitzender der Samariterstiftung und der Stiftung ZEIT FÜR MENSCHEN gut lachen. Michael Scholl, Leiter des Geschäftskundenbereichs der BW-Bank Göppingen-Nürtingen, kam auf Stippvisite vorbei und hatte kleines Gepäck dabei mit großer Wirkung. Zwei Schecks über insgesamt knapp 3000 €, direkt für soziale Projekte zu verwenden. Damit unterstreicht Scholl die gute Verbindung zu den beiden Stiftungen und dem gemeinsamen sozialen Anliegen. Wößner betonte dabei, dass, im Verhältnis der sonst im Unternehmen und Banken zu bewegenden Geldern, die gespendeten Gelder nicht groß erscheinen mögen, aber oft ungeahnte Wirkung anstoßen können. So konnte mit 3000 € im abgelaufenen Jahr das Theaterprojekt der Wohnstätte gemeinsam mit der Grundschule in Oberensingen durchgeführt werden. Menschen mit psychischer Erkrankung bringen Grundschülern das Schattentheaterspiel bei – wo gibt es so etwas nochmal?

Michael Scholl, in der Stiftung Zeit für Menschen stellvertretender Vorsitzender des Stifterforums, möchte mit dem Scheck für 2015 den Start der Feuerbacher Stiftung – Zeit für Menschen ganz konkret unterstützen. „Hier entstehen im Quartier Feuerbach ganz konkrete Schritte zur Inklusion und bürgerschaftlichem Engagement. Das möchten wir durch einen finanziellen Beitrag, aber auch zukünftig durch eine persönliche Verbundenheit durch den Kollegen vor Ort mit der Feuerbach Stiftung unterstreichen“, so Scholl.

16.12.14 - Neues von ZEIT FÜR MENSCHEN

Schöner liegen mit Bosch


In Leinfelden Echterdingen steht die Zentrale des Bereichs Power Tools – landläufig bekannt durch die blaue Linie von Bohrern, Akku - Schraubern u.a. notwendigen Dingen für Profis. Von den weltweit 19.000 Mitarbeitern aus diesem Bereich arbeiten 1700 am Standort Leinfelden. Dazu kommen noch rund 300 Praktikanten und Auszubildende. 
Seit einigen Monaten wurden Beziehungen zwischen dem Werk und dem Samariterstift Ostfildern / Scharnhauser Park über die Stiftung ZEIT FÜR MENSCHEN (ZfM) geknüpft. Groß war die Überraschung, als Carsten Kochendörfer, Schwerbehindertenbeauftragter im Werk, sich bei ZfM meldete: “Ich hab da noch was…“.

Zum Standort in Leinfelden gehört eine großes Schulungszentrum, in dem Trainer von Bosch aus aller Welt fortgebildet werden. Und um die Übung an den Maschinen mit Freude und Sinn zu verbinden, wurde in die Hände gespuckt, gemessen, gesägt und gehämmert – und am Ende signiert. Herausgekommen sind wunderbare Gartenliegen für zwei bis fünf Menschen, je nach Schwere und Umfang. Und da hatte Kochendörfer, gemeinsam mit dem Personalleiter Rainer Mäusle und dem Training Manager Jürgen Mamber die Idee: solche Liegen passen wunderbar in den kleinen Park der Samariterstiftung in Nürtingen – Oberensingen. Nun können die Bewohner mit psychischen Erkrankungen der Wohnstätte und der Tagesklinik ab dem Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen einfangen und den Sommer über entspannen. 

Und natürlich sind auch alle anderen Menschen zum Probeliegen im Park eingeladen. „Der Plan für Liegen ist in einem Projekt aus unserem Engagement für SOS Kinderdörfer entstanden“, erzählt Mamber. „Nachdem wir dort immer wieder unsere Geräte hin spenden, wollten die Mitarbeiter aus der Verwaltung mal selbst lernen, mit Bohrern und Sägen umzugehen. Dafür haben wir die Liegen entworfen, die jetzt in den Kinderdörfern stehen. Unsere Trainer aus aller Welt haben das begeistert beim nächsten Kurs aufgegriffen und eine ganze Serie hergestellt“. Kochendörfer ist begeistert, „dass da alle Hand in Hand miteinander wirken, um anderen eine Freude zu bereiten. Das schweißt auch selbst zusammen.“. Zwei Liegen stehen nun bald in Nürtingen, sechs weitere werden zu Gunsten von „
Primavera - Hilfe für Kinder in Not e.V.“, einem Verein von Bosch Mitarbeitern versteigert. 


15.12.14 - Neues von ZEIT FÜR MENSCHEN

Soziale Zukunft Wohnquartier

Mit dem vorgelegten Positionspapier nimmt die Samariterstiftung Stellung zur Gestaltung zukünftiger Wohn- und Betreuungsformen für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Das Papier wurde gemeinsam von einer Gruppe mit Fachleuten aus der Samariterstiftung, der Stiftung Liebenau, dem Caritasverband Rottenburg-Stuttgart und dem Diakonischen Werk Württemberg erarbeitet hat.

Familiäre Hilfemöglichkeiten werden geringer und Fachkräfte für die Pflege von Hilfebedürftigen fehlen zunehmend. Deshalb ist ein grundlegender Paradigmenwechsel hin zu einer konsequenten Sozialraum- und Quartiersorientierung erforderlich.

Zum Positionspapier (PDF) >>

14.12.14 - Neues von ZEIT FÜR MENSCHEN

Sternstunden im Advent

Die Sternstunden finden jeweils in der Caféteria des Samariterstiftes Leonberg statt.

06.12.14 - Neues von ZEIT FÜR MENSCHEN

Weihnachtskonzert und Weihnachtsmarkt in Feuerbach

Am Samstag, den 06. Dezember gehen wir gemeinsam zum Weihnachtskonzert in der Stadtkirche und anschließend auf den Feuerbacher Weihnachtsmarkt, wer will mit Glühwein.
Treffpunkt ist 16 Uhr auf dem Quartiersplatz.

05.12.14 - Neues von ZEIT FÜR MENSCHEN

Handarbeiten im Feuerbacher Quartier

Am Freitag, den  05. Dezember 2014 findet das Handarbeitstreffen „Gemeinsames Stricken, Häkeln, Sticken, klöppeln und Plaudern“ ab 19 Uhr im Kitz 7 statt.
Bringen Sie einfach Ihre Handarbeiten mit, bei Fragen hilft gerne Frau Nestele.

Weitere Informationen finden Sie hier.


01.12.14 - Neues von ZEIT FÜR MENSCHEN

Lebendige Geschichtsstunde im Samariterstift

Ein Stadtteilhaus lebt von der Nachbarschaft und von Menschen, die sich einbringen. Im Service- und Quartiershaus der Samariterstiftung in Stuttgart-Feuerbach ist regelmäßig Jürgen Kaiser zu Gast. Der Medienpfarrer und Buchautor wohnt im Viertel und nutzt den kleinen, beinahe privaten Rahmen gern für seine Vorträge. 

Auf dem ehemaligen Gelände des Feuerbacher Krankenhauses ist ein Modellviertel mit 169 Wohnungen, erbaut vom Siedlungswerk Stuttgart, entstanden. Hier leben Junge, Familien und Alte, Menschen mit und ohne Behinderung. Die Samariterstiftung hat das ehemalige Bettenhaus übernommen und generalsaniert. Neben Mietwohnungen befinden sich Gemeinschaftsräume für die Bewohner des Viertels in diesem Service- und Quartiershaus, das Samarterstift genannt wird. 

Der kleine Vortragsraum ist an diesem Abend für 20 Personen bestuhlt. Es kommen einige mehr und Irmgard Brunner-Gack, die ehrenamtlich im Nachbarschaftstreff arbeitet, baut Plätze an. Jürgen Kaiser ist hier mit seinen Vorträgen immer willkommen. Der Geschäftsführer des evangelischen Medienhauses in Stuttgart, der mehrere humorvolle Bücher über die Schwaben und ihre Talente veröffentlicht hat, wohnt im Quartier und findet wichtig, „dass man hier Leben reinbringt“.

 Ausnahmsweise hat er dieses Mal ein ernstes Thema im Gepäck: Es geht um die Schützengräben des Ersten Weltkriegs. Eines seiner Hobbys sei, der eigenen Familiengeschichte nachzuspüren, erzählt Kaiser. Und so war sein Forschergeist geweckt, als sein Bruder zufällig zwei Kriegsorden des Großvaters fand – einer davon die höchste militärische Auszeichnung für Soldaten in Württemberg. Wofür war Adolf Kaiser geehrt worden? Das weiß in Kaisers Familie niemand mehr: „Das einzige, was wir wussten war, dass er als Schreiner Betten gebaut hat für Lazarette und Unterkünfte.“ Jürgen Kaiser machte sich auf Spurensuche, nicht nur in alten Unterlagen, sondern auch vor Ort in Frankreich. In der nördlichen Champagne, am Kanonenberg, war der Großvater wohl nicht nur im Hinterland, sondern auch an vorderster Front im Einsatz gewesen. 

An der ehemaligen „Westfront“ in Frankreich sind heute noch die Spuren der Schützengräben zu sehen, die ganze Bergrücken durchzogen und aus der Luft noch immer wie ein eng gewebtes Zickzackmuster erscheinen. Stellenweise bauen Freiwillige diese Anlagen wieder auf. Kaiser vergleicht das mit einer Hollywood-Kulisse: detailgetreu rekonstruiert, aber so ordentlich und sauber, wie sie in der Realität niemals waren. Damals stand das Wasser in den Gräben und die Soldaten standen tage- oder wochenlang im Wasser, bis ihnen die Beine zu faulen begannen. Leichenteile schwammen darin, Hunderte von Ratten machten sich über die Lebensmittel und manchmal über Menschen her. Der Medienpfarrer schildert das so eindringlich, dass es seinen Zuhörern kalt über den Rücken läuft. Er erzählt sehr lebendig, Bilder entstehen im Kopf. 

Die Geschichte seines Großvaters verknüpft er mit der Kriegsgeschichte, schildert die Begeisterung und Siegesgewissheit, mit der viele Soldaten an die Front gingen, aber auch die Großdemonstrationen der Sozialdemokraten gegen den Krieg. Er erklärt den Schlieffen-Plan samt seinem Scheitern und warum die Württemberger an vorderster Front besonders verlustreich kämpften: Das hatte auch mit der Abneigung von Kaiser Wilhelm II. gegen den württembergischen König Wilhelm II. zu tun. 

Immer wieder spannte Kaiser den Bogen vom Einzelschicksal zum politischen Rahmen und in die heutige Zeit. Er nimmt die Zuhörer mit in die Champagne und auf all die Soldatenfriedhöfe, deutsche und französische, die er sah: Meere von Kreuzen, Tausende und Abertausende von Toten. Allein in Verdun starben täglich 20 000 Soldaten. „Wer gegen Europa ist, sollte Kriegsgräber besuchen!“ Diese Botschaft ist ihm wichtig. 

 Die Zahl der Toten aus diesem Stellungskrieg war und bleibt unfassbar. Und dabei waren sich die Frontsoldaten so nahe: Die feindlichen Schützengräben lagen oft in Rufweite und es ist überliefert, dass, zumindest in der Anfangszeit, abends in der Feuerpause auch mal Schnaps und anderes ausgetauscht wurde. 

Kaiser plant, zusammen mit dem Freund, mit dem er auf Tour war, wieder in die Champagne fahren. Das Rätsel um den Orden seines Großvaters wird er allerdings doch mit Hilfe von Papier lösen müssen: 37 Meter Aktenordner gäben im württembergischen Staatsarchiv Auskunft über die Militärlaufbahn aller Soldaten, berichtet er. Dort hofft er, fündig zu werden - mit Hilfe von irgendjemandem, der die Sütterlinschrift beherrscht. Er könne da vielleicht eine Bekannte vermitteln, bietet ein Zuhörer spontan während des Vortrags an. Ganz unverkrampft kommen der Referent und die Zuhörer miteinander ins Gespräch; die Leute fragen nach, ergänzen, steuern etwas bei. Im Anschluss geht die angeregte Unterhaltung im Café des Quartiershauses weiter. 

Auch Christian Peschke, der Jüngste in der abendlichen Runde, spricht Jürgen Kaiser an. Der geschichtsinteressierte junge Mann ist zum ersten Mal bei einer Veranstaltung im Service- und Quartiershaus; seine Frau hatte in der Lokalpresse von dem Vortrag gelesen und ihn darauf aufmerksam gemacht. Seine Nachbarn Margot und Günter Fritz waren dagegen schon öfter dabei, sie schätzen die Angebote im Samariterstift sehr, zumal sie nur zwei Häuser weiter wohnen: „In ein paar Minuten sind wir da.“