Macht uns der Alltag krank?

Im Jahr 2013 an vier Orten in Württemberg: Aalen, Schwäbisch Hall, Münsingen und Wendlingen. 
Mitwirkende: Theatergruppe „Nachtkerzen“ der Wohnstätte Nürtingen-Oberensingen, Dr. Jutta Kammerer-Ciernioch, Chefärztin der Klinik für Allgemeine Psychiatrie und Psychotherapie Weissenhof, Dr. Eberhard Müller, Klinikum Zwiefalten. 

In Zeitungen, bei Meldungen in den Nachrichten, in Berichten der Krankenkassen und Gewerkschaften – überall kommt uns entgegen: Die Zunahme der psychischen Erkrankungen. Haben unsere Kinder tatsächlich einen so hohen Bedarf an Ritalin? Ist meine Unlust, morgens aus dem Bett zu steigen, schon der Beginn einer psychischen Erkrankung? Mein Arbeitskollege erzählt mir in einem stillen Moment von seinen Panikattacken – wie gehe ich in geeigneter Weise mit ihm um? 

Zugleich wird zunehmend kritisiert, dass jede Eigenart, jede vorübergehende Verstimmung bereits als Erkrankung dargestellt wird. Manche vermuten gar eine Geldmacherei auf einem neuen Markt, ein Spiel mit den Ängsten der Menschen. Viele sind direkt oder indirekt betroffen. Und dennoch sind psychische Erkrankungen ein Tabuthema geblieben. Zu nah ist vielleicht die Sorge, es könnte auch mich selbst oder nahe Verwandte treffen, zu groß die Unsicherheit, wie mit Erkrankten umzugehen ist. 

Wir laden zu einem spannenden Abend ein: Zu einer Kombination von Theater, Information und Beratungsmöglichkeit. 

Lichtzeichen in der Gewitternacht 
Die Schattentheatergruppe der Wohnstätte Nürtingen-Oberensingen zeigt die „Kunst des Lebens“. Drinnen ist’s dunkel und draußen ziehen grelle Blitze gleißend ihre zackigen Bahnen. Der Donner grollt. Niemand kann in solch einer Nacht schlafen. Die lautlosen Schattenbilder sprechen Bände. Einfühlsame Musik und berührende kurze Fragen begleiten das Schattenensemble. Fragen, die jeden heimsuchen, Antworten, die jedem fehlen, werden an diesem Abend gestellt und gegeben. All die Fragen nach dem Sinn des Lebens und der Rolle des Universums hat die Schattentheatergruppe „Nachtkerzen“ in Bilder und Szenen gesetzt. Zu sehen ist „Gewitternacht“ frei nach Michèle Lemieux. Das Theaterstück zeigt das Leben, mit all seinen Licht- und Schattenseiten.