Führungskräfte

Perspektivwechsel für Führungskräfte

Zielsetzung 

Im Rahmen des Kooperationsprojekts haben Führungskräfte die Möglichkeit durch ihr zeitlich begrenztes bürgerschaftliches Engagement ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen weiterzuentwickeln und zu vertiefen. In der Begegnung mit Menschen erleben Führungskräfte einen vertieften Einblick in ihr eigenes Verhalten und erfahren so einen Zuwachs an sozialer Handlungskompetenz, der einige Vorteile bringen kann: 

  • Erhöhung der Führungsqualitäten gegenüber Mitarbeitenden 
  • Steigerung der Kommunikationsqualität 
  • Zuwachs an Handlungsalternativen in Konflikt – und Krankheitsfällen 
  • Differenzierterer und sensiblerer Umgang mit Kunden 

Darüber hinaus werden im Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen allgemeinmenschliche Lebensthemen deutlich, regen zum Nachdenken an und dienen der Persönlichkeitsentwicklung und -stabilisierung:
  • Wertigkeit und Sinn des eigenen Lebens 
  • Umgang mit der eigenen Gesundheit und dem zunehmenden Verlust von Leistungsfähigkeit 
  • Umgang mit der eigenen (Lebens-)Zeit 
  • Umgang mit Emotionen im beruflichen und privaten Kontext 

Praktische Durchführung 
Das Kooperationsprojekt „Bürgerengagement als Perspektivenwechsel für Führungskräfte“ beinhaltet fünf Phasen. 
  1. Einführung und Vorbereitung auf das soziale Lernfeld (drei Stunden am Spätnachmittag) In diesem ersten Teil werden die Führungskräfte gemeinsam auf die Begegnung mit alten, kranken oder behinderten Menschen vorbereitet. Dabei wird insbesondere auf die persönliche Motivation, Erwartungen und Befürchtungen der Teilnehmenden eingegangen. Auf dem Hintergrund der gewünschten Lernerfahrungen werden geeignete Einsatzmöglichkeiten in den sozialen Einrichtungen der Samariterstiftung vorgestellt und können von den Teilnehmenden auf ihre eigenen Bedürfnisse abgestimmt ausgewählt werden. 
  2. Praktische Erfahrung in den Einrichtungen der Samariterstiftung (drei Tage) Im zweiten Teil erleben die Führungskräfte die Arbeitsweise und den Alltag in sozialen Organisationen „hautnah“ mit und werden zur konkreten Mitarbeit angeregt. Der Umgang mit alten, kranken, behinderten und psychisch kranken Menschen fordert ein flexibles Einstellen auf unterschiedlichste Kommunikations- und Handlungsformen in einem „hierarchiefreien“ Feld. Die Führungskräfte bewegen sich in einer für sie völlig fremden Umgebung und haben auf diesem Hintergrund die Möglichkeit sich selbst neu zu erproben und zu erfahren. In der sozialen Einrichtung haben die Führungskräfte feste Ansprechpersonen, die sie die gesamte Zeit über begleiten. Bei diesem Projektteil liegt der Schwerpunkt auf der Begegnung und auf der Auseinandersetzung mit dem Sozialen. 
  3. Auswertung und Übertragung auf den beruflichen Alltag (drei Stunden am Spätnachmittag) Nach Abschluss der praktischen Phase in den sozialen Einrichtungen findet ein gemeinsames Auswertungsgespräch statt an dem alle Führungskräfte teilnehmen. In diesem Gespräch werden die gemachten Erfahrungen reflektiert und gemeinsam Übertragungsmöglichkeiten auf den beruflichen Alltag erarbeitet. Darüber hinaus werden erste Überlegungen für die Durchführung eines selbständigen Projekts im Bereich bürgerschaftlichen Engagements getroffen.
  4. Selbständiges Projekt im Bereich bürgerschaftlichen Engagements (optional) Am Ende der Praxiszeit in den Einrichtungen steht ein eintägiges Projekt, das die Führungskraft selbständig im Rahmen ihrer fachlichen und zeitlichen Möglichkeiten durchführt. Das Erlebte und Gelernte wird in diesem Projektteil in eine Aktion umgesetzt. Die Projektteilnehmer gestalten mit den alten, kranken und behinderten Menschen zeitlich begrenzte Projekte. Die Teilnehmer werden in dieser Phase in besonderer Weise herausgefordert, indem Sie selbstständig Angebote für die Bewohner und die WfbM-Beschäftigten entwickeln und zusammen mit ihnen durchführen. Die Projekte werden von den Projektteilnehmern in Zusammenarbeit mit den Einrichtungsbeauftragten und möglichst mit den behinderten, alten und kranken Menschen entwickelt. Dabei können eigene Interessen eingebracht werden. Projektdauer 4 – 8 Stunden, diese können je nach Projektdesign auf mehrere Tage verteilt werden. Beispiele: Projekt PC-Schulung für WfbM-Beschäftigte, kleine Kulturveranstaltung für Altenpflegeheimbewohner, Besichtigung einer Bank mit Schulung am Bankautomat mit Behinderten etc. Bei diesem Projektteil liegt der Schwerpunkt auf eigenem Agieren im Sozialen. 
  5. Dauerhafte Kooperation (optional) Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Führungskräfte das Mitwirken in sozialen Einrichtungen als persönlich bereichernd erleben und im Anschluss häufig Kontakt halten bzw. sich weiterhin engagieren möchten. Die räumliche Nähe von Arbeitsplatz der Führungskräfte und den Einrichtungen der Samariterstiftung eröffnet die Möglichkeit, dauerhafte und für alle Beteiligte gewinnbringende Kooperationen einzugehen. 

Mögliche Einsatzbereiche:

Altenhilfe: Spezifische Lernerfahrung im Umgang mit alten Menschen; Sozialpsychiatrie Spezifische Lernerfahrung mit psychisch kranken Menschen