10 Jahre Soziales Lernen im Landkeis Esslingen

10-jähriges Bestehen des Projekts „Soziales Lernen“ mit Auszubildenden der Banken im Landkreis Esslingen.  Es nehmen regelmäßig 16 bis 20 Auszubildende in jeweils zwei Abschnitten an ca. 20 Terminen daran teil. Sie werden auf drei Häuser der Samariterstiftung (Dr. Vöhringer-Heim, Kroatenhof, Werkstatt am Neckar) verteilt.  Am Ende jedes Durchganges wird eine Präsentation vorbereitet in der auf einzelne Highlights von den Azubis eingegangen und berichtet wird. Als Gäste werden immer die Vorstände der einzelnen Banken, Lehrer, Vertreter der Samariterstiftung, neue Azubis und Bewohner eingeladen.  

Gabriele Blum-Eisenhardt, die vom ersten Tag an das Projekt intensiv und mit viel "Herz" begleitet, schreibt:

Eigentlich dachte ich, dass das Zuhören bei den Bewohnern im Pflegeheim anstrengend und lästig wird, es war dann aber so interessant für mich, dass ich mich schon auf das nächste Mal freue!“ 
Diese Rückmeldung zur ersten Begegnung mit Bewohner/innen im Dr. Vöhringer Heim, Oberensingen hören die begleitenden Mitarbeiterinnen häufig beim ersten Erfahrungsaustausch im Projekt Soziales Lernen. 

15 Wochen lang kommen die Auszubildenden der Banken des Kreises Esslingen jeden Dienstagnachmittag im zweiten Ausbildungsjahr ins Pflegeheim der Samariterstiftung bzw. in die Werkstatt am Neckar in Wendlingen und beteiligen sich verteilt auf die verschiedenen Wohnbereiche bei Beschäftigungsangeboten. Es werden jahreszeitliche Dekorationen hergestellt, Erinnerungsrunden gestaltet, Bingo gespielt, alte Lieder gesungen oder gemeinsam mit den Senioren Waffeln oder Kuchen gebacken. Dabei können sich Jung und Alt begegnen und einiges voneinander erfahren. 

Die junge Auszubildende ist absolut begeistert, dass Frau S. alle 9 Strophen von „Auf der schwäbischen Eisenbahn…“ auswendig singen kann, obwohl sie sonst an keiner Kommunikation teil nimmt. Und Frau H. freut sich jeden Dienstag wenn „die Banker kommen“ weil „es einfach schön ist, wenn junge Leute da sind!“ Da werden dann schon mal Geschichten ausgepackt, die die Jungen fesseln und auch zu dem Schluss kommen lassen: „ Jede Bewohner/in, auch wenn sie noch so krank und gebrechlich aussieht, hat ihre bewegende Geschichte!“ und „Gefühle sterben nie!“ So entstehen im Laufe der Zeit gute Begegnungen und Beziehungen und bei der Abschlussauswertung steht immer fest: Das Soziale Lernen öffnet den Blick für kranke und alte Menschen, lässt Hemmschwellen überwinden und ist für jeden, der daran teil genommen hat eine persönliche Bereicherung, die sich auch auf den beruflichen Alltag in der Bank auswirkt. 

Jede Klasse wird auf einer einführenden Veranstaltung vorbereitet auf den Umgang mit alten, kranken oder chronisch psychisch kranken Menschen. Nach dem Schuljahr wird jedes Jahr zu einer öffentlichen Präsentation der Erfahrungen im Sozialen Projekt eingeladen, die immer wieder unter die Haut geht. Seit über 10 Jahren gibt es diese sehr gute Kooperation zwischen der Albert Schäffle Schule, der Samariterstiftung, und den veschiedenen Banken, die sich auch in anderen Zusammenhängen fortsetzt. 

Jedes Jahr nehmen auch Führungskräfte der Kreissparkasse aus den Filialen am Perspektivenwechsel teil, um in der Begegnung mit Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben Verschiedenes aus Privatleben und Beruf in einem anderen Licht sehen zu lernen. Bei einem Gegenbesuch konnten Führungskräfte aus der Samariterstiftung ihren Kollegen bei der KSK über die Schulter schauen und einige fachliche Anregungen mitnehmen. Auch in der Gestaltung von gemeinsamen Projekten oder Veranstaltungen hat sich die gute Kooperation der verschiedenen Partner schon häufig bewährt.