DAS ZUSAMMENSPIEL VON HAUPTAMTLICHER ARBEIT UND BÜRGERENGAGEMENT:
Bürger und Profis gemeinsam für die Zukunft der Alten- und Behindertenarbeit und der Sozialpsychiatrie
Eine gemeinsame Position der Stiftung Liebenau und der Samariterstiftung Nürtingen
„Selbstbestimmung und Teilhabe statt Fürsorge und Versorgung“ – mit diesen Worten wird der Paradigmenwechsel bezeichnet, der sich im Bereich der Dienstleistungen für behinderte bzw. pflege- und hilfsbedürftige Menschen seit längerem vollzieht. Auch unterstützungsbedürftige Menschen wollen möglichst „normal“ und ins Gemeinwesen integriert leben. Entsprechend verändern sich die Vorstellungen der Behinderten- und Altenhilfe zunehmend weg von reinen Vollversorgungseinrichtungen hin zu wohnortnah erbrachten personenzentrierten Hilfen nach Maß. Auch politisch wird dieser Prozess einer stärkeren Sozialraumorientierung durch die Kommunalisierung der Kostenträgerstrukturen unterstützt. Dieser Wandel birgt die große Chance, dass Menschen mit Unterstützungsbedarf ihren Platz mitten in der Gesellschaft finden oder behalten und sich vielfältige Begegnungsmöglichkeiten zwischen hilfebedürftigen Menschen, professionellen Unterstützern und den Mitbürgern im Lebensumfeld ergeben. So wird die Verantwortung für die schwächeren Mitglieder unserer Gesellschaft nicht mehr nur institutionell organisiert und wahrgenommen, sondern erhält ein Gesicht in der Begegnung von Mensch zu Mensch. Dies lässt nicht nur die unmittelbare zwischenmenschliche Solidarität wachsen, sondern ermöglicht auch einen „Lastenausgleich“ im bereits bestehenden demographischen Wandel. Vor diesem Hintergrund wird das gelingende Zusammenspiel von hauptamtlicher professioneller Arbeit und qualifiziertem Bürgerengagement immer wichtiger. In einem über einjährigen Prozess haben die Samariterstiftung und die Stiftung Liebenau unter Beteiligung von MitarbeiterInnen und bürgerschaftlich engagierten Menschen die Zukunftsperspektiven des „Bürger-Profi-Mix“ beleuchtet. Das vorliegende Positionspapier spiegelt den derzeitigen Stand der teilweise auch kontrovers geführten Diskussion in unseren beiden sozialen Einrichtungen und die entwickelten Zielvorstellungen wider. Es stellt also kein abschließendes Ergebnis dar, sondern will aufschließen und anregen zu einer vertiefte Auseinandersetzung, zur Entwicklung neuer Handlungsansätze in der Praxis und zum Dialog mit der Politik über notwendige Veränderungen der Rahmenbedingungen. Wir laden alle Interessierten, Einflussgeber und Verantwortliche zu einer kritischkonstruktiven Debatte ein und hoffen somit auf einen weiteren kreativen Prozess, um das Miteinander von unterstützten Personen, Bürgern und Profis immer besser gelingen zu lassen.
Zum Download Positionspapier Bürger-Profi-Mix







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