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09.01.18 - Kategorie: Neues von ZEIT FÜR MENSCHEN

Dr. Gerhard Dressel ist tot


Dr. Gerhard Dressel, der Alterspräsident, der 2004 die Stiftungsgründung von Zeit für Menschen leitet, ist am 6. Dezember 2017, wenige Wochen vor seinem 98. Geburtstag, verstorben. Gerhard Dressel vertraute dem Leben, setzte auf die Liebe und dankte Gott. Diesen seinen Idealen blieb er bis zu seinem Lebensende treu. Fünf Kinder hat er mit seiner Frau Ursula groß werden lassen und ins Leben begleitet. Neun Enkel und zwei Urenkel sind ihnen geschenkt worden. Familie war für Gerhard Dressel ein hohes Kulturgut, das es zu bewahren galt. Er blickte mit Sorge auf heutige familiäre Strukturen. Das Nähren der seelischen Funktionen, wie er es nannte, gehe zunehmend verloren. „So lange die Seele nicht krank ist, gibt es sie für viele Menschen, vor allem aber für die Wissenschaft, nicht“, sagte er in einem, noch im vergangenen Frühjahr gehaltenen, großen Videovortrag, der in der Kirchengemeinde Sillenbuch aufgezeichnet wurde, und schüttelt den Kopf. (der Vortrag im Wortlaut, hier: www.samariterstiftung.de/presse/mediathek/)

 

Vor allem vor diesem Hintergrund war ihm die Stiftung Zeit für Menschen wichtig. Sie leiste, was andernorts verloren gehe. Hier werde qualitätsvolle Zeit gestiftet. „Mit dieser Zeit kann der Seele Energie geschenkt werden“, war er sich sicher. Denn die Seele war für den gebürtigen Berliner „ein Energiezentrum“. Diese seelische Stärke ist Dr. Gerhard Dressel bis zum Schluss verblieben. „Ich bin dankbar, meine Lebenszeit so erfüllt erlebt zu haben, wie es mir vergönnt war“, sagte er in einem seiner letzten Gespräche. 

 

Gerhard Dressel spürte früh in sich die Kraft, den tiefen Glauben, dass er etwas vertrauen könne, das die Wissenschaft nicht zu erklären vermag. Diese Energie führte ihn auf seinen Weg. Nach seinem Ingenieurstudium arbeitete er als Assistent im Institut für Psychotechnik und Arbeitstechnik der Technischen Hochschule in Berlin. 1946 gründete er sein eigenes Institut für Arbeitswissenschaft (ifA). Auf Einladung des Landesgewerbeamtes kam er dann nach Stuttgart. Es war sein Forschungsziel, Rationalisierung und Humanisierung miteinander zu verbinden. I n den ersten Jahren nach dem Krieg ging es darum, die schwere körperliche Arbeit durch bessere Maschinen, Erholungspausen und Arbeitsvorbereitungen zu erleichtern. Schon damals war die Zwickmühle bekannt, dass Arbeit von den Mitarbeitenden verlangt, bestimmte Leistungen, in bestimmter Qualität – und zunehmend eben auch in Spitzenqualität – aber eben in einer sehr begrenzt zur Verfügung stehenden Zeit zu liefern. Dressel hatte zum Ziel, dass auch die berufliche Arbeitszeit zur Förderung seelischer Stärke beiträgt. Die Stiftung Zeit für Menschen wird Dr. Gerhard Dressel ein ehrendes Andenken bewahren und ihm stets ein tiefes Dankeschön für seine Dienste und Unterstützung entgegenbringen. Die Stiftung gedenkt seiner und wünscht den Hinterbliebenen Trost.