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19.10.17 - Kategorie: Neues von ZEIT FÜR MENSCHEN

Pfullinger Stiftung: Mehr als Lücken stopfen


PFULLINGEN. Die Männer im Pfullinger Samariterstift freuen sich immer besonders, wenn Harri Kubke, Harry Pokk und Hartmut Seeger kommen, denn dann ist Stammtischzeit in der Einrichtung.

Für Frauen wird immer viel mehr angeboten, sagen die Stammtischbrüder. Ganz so stimmte es natürlich nicht, wie Cornelia Schad erklärt, »die Männer machen bei vielem anderen nicht mit«. Aber das spielt letztlich auch keine Rolle. Wichtig ist, Seeger, Pokk, Schad und Kubke bringen »Zeit für Menschen« mit. Morgen, Mittwoch, zieht die gleichnamige Pfullinger Stiftung mit ihren Mitgliedern Bilanz in der Mensa des Friedrich-Schiller-Gymnasiums. Im zweiten, öffentlichen Teil des Abends berichtet um 19 Uhr Cornelia Schad über die Insel Sri Lanka. Danach gibt es Zeit für Gespräche und eine kleine Stärkung.

Die Pfullinger Stiftung Zeit für Menschen wurde 2010 gegründet unter dem Dach der Samariterstiftung. Allerdings war von Beginn an nicht nur die Unterstützung der Einrichtungen des Samariterstifts das Ziel der Pfullinger Tochter. »Wir haben uns von Anfang an geöffnet«, sagt die stellvertretende Vorsitzende Cornelia Schad. Und Hartmut Seegers Spickzettel beim Pressegespräch belegt das. Der Vorsitzende der Pfullinger Stiftung zeigt auf, wie breit gestreut die Unterstützung in der Zwischenzeit ist.

Viele Spender

Das Weihnachtsessen für Alleinstehende des Bürgertreffs fördert die Stiftung, das Theater der Generationen »Mixed Pickles« bekommt Geld, das Sprachförderprogramm der Kindertagesstätte Hand in Hand steht ebenso auf der Liste wie die Musikschule Pfullingen. Die erhält eine feste Summe, um begabten Schülern, die das Geld für den Unterricht nicht aufbringen können, die Teilnahme an den Stunden zu ermöglichen. So hat die Stiftung auch sieben Kindern den Besuch des Sportcamps des VfL Pfullingen bezuschusst oder den Förderverein der Uhland- und Burgwegschule unterstützt, der sich für die Betreuung der Kinder einsetzt.

Ein großes Thema ist auch die »Bewegung im Park«, das kostenlose Übungsangebot für Ältere. Das leichte Training kommt immer besser an, berichtet Seeger. Der Marktwagen, ein Projekt der Stiftung und Uhland-Förderschülern, rollt weiter durchs Samariterstift und bietet eine Gelegenheit für die Bewohner einzukaufen. »Und hat mal einer kein Geld dabei«, gehe der Piccolo oder das Deo auch so über die Theke, erzählt Seeger.

Geld geben ist das eine, aber sie schenken auch Zeit, etwa beim Männerstammtisch oder bei vielen anderen Besuchen im Heim, basteln Ostersträuße oder andere Sachen, erzählt Schad. Sie hat das Gefühl, dass die Stiftung nach sieben Jahren in der Gesellschaft angekommen ist, sie dazugehört. Schad macht das auch an den Sphttp://www.samariterstiftung.de/typo3/alt_doc.php?&returnUrl=mod.php%3F%26M%3Dweb_list%26id%3D2&edit[tt_news][1184]=edit#endern fest. Gruppen, Musiker, Firmen, aber auch Vereine oder Personalräte sehen ihr Geld bei der Stiftung gut angelegt. Ein Teil der Gaben wird für die aktuellen Projekte eingesetzt, der andere Teil fließt ins Stiftungskapital, das sich in der Zwischenzeit auf rund 100 000 Euro beläuft.

Anträge gewünscht

»Lücken stopfen, wo andere nicht einspringen«, ist das Ziel der Stiftung. Und wer so eine Lücke entdeckt, darf sich an Seeger oder Schad wenden. »Wir hätten gern mehr Anträge«, sagt er. »Damit wir mehr auswählen können.« Mehr Helfer dürfen's auch sein. »Im Prinzip brauchen wir 18-, 60- und 90-Jährige«, so Seeger. »Die sehen auch andere Probleme wie wir.« Vielleicht finden sich bei der Mitgliedversammlung am Mittwoch weitere Kandidaten für den Sprecherkreis oder beim White Dinner, das die Stiftung für das kommende Jahr eingeplant hat. »Es ist schön, wenn man Freude bereiten kann«, bringt es Kubke auf den Punkt, warum er sich engagiert, er Zeit für Menschen hat.

www.zeit-fuer-menschen.de/stiftungen/pfullingen/

Reisebericht bei der Jahresveranstaltung

Sri Lanka - tropisches Paradies voller Kontraste

Sri Lanka ist ein tropisches Paradies im Indischen Ozean. In weiten Teilen ist es unberührt vom Massentourismus. Cornelia Schad berichtet bei der Jahresveranstaltung der Pfullinger Stiftung Zeit für Menschen am Mittwoch, 18. Oktober, um 19 Uhr, in der Mensa des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Pfullingen mit beeindruckenden Bildern von der Begegnung zwischen Natur und Religion. Der Vortrag wird musikalisch vom Chor »ffortissimo« begleitet. Der Eintritt ist frei. Die Geschichte Sri Lankas beginnt schon lange Zeit vor Christi Geburt. 543 vor Christus kam der nordindische Prinz Vijaya mit 700 Gefolgsleuten in Sri Lanka an. Er war wegen seines aufsässigen Verhaltens aus Indien verbannt. Vijaya kann als Stammvater der Singhalesen gesehen werden.

1505 kamen die ersten Europäer (Portugiesen) nach Ceylon. Als Seefahrer ließen sie sich an der Südwestküste nieder und übernahmen den Zimthandel der Araber. 1802 wurde Ceylon zur britischen Kronkolonie. Die zwei größten Bevölkerungsgruppen in Sri Lanka sind die vorwiegend buddhistischen Singhalesen und die meist hinduistischen Tamilen. Noch als Ceylon 1948 unabhängig wurde, lief dies überwiegend friedlich ab. Zwischen 1983 und 2009 herrschte ein offener Bürgerkrieg zwischen tamilischen Separatisten und der von Singhalesen dominierten Zentralregierung, Von all dem und mehr wird Schad berichten. (GEA)