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23.03.17 - Kategorie: Neues von ZEIT FÜR MENSCHEN

Und Klappe, die erste – Achtung Aufnahme

Feuerbacher Stiftung lädt zur exklusiven Führung durch die Aufnahmestudios der Soko


Ein kleiner Kommissar Bienzle steckt doch in jedem von uns – oder nicht? Deshalb hat die Feuerbacher Stiftung, die jüngste Tochter der sieben Stiftungen der Stiftungsfamilie „Zeit für Menschen“, in diesem Jahr exklusiv zur Führung durch die Aufnahmestudios der Bavaria im Römerkastell in Bad Cannstatt eingeladen, wo die Vorabendserie Soko Stuttgart gedreht wird. Fast 40 Hobby-Ermittler fanden sich ein, um die Asservatenkammer, den Vernehmungsraum oder die Pathologie, die übrigens in Teilen original vom früheren Feuerbacher Krankenhaus übernommen worden ist, zu inspizieren. „Wir wissen, dass wir was Besonderes wollen“, sagte Jürgen Kaiser, Sprecher des Stiftungskreises der Feuerbacher Stiftung und Organisator dieser Exklusiv-Führung, „und deshalb haben wir auch besondere Menschen an diesen besonderen Ort eingeladen.“ Denn die Feuerbacher Stiftung sammelt Zeit und Engagement, um die Quartierarbeit auf dem Feuerbacher Balkon zu einem lebendigen Miteinander werden zu lassen.

Im Zentrum des Teams der SOKO Stuttgart stehen die Erste Kriminalhauptkommissarin Martina Seiffert (Astrid M. Fünderich), die mit Kriminalhauptkommissar „Jo“ Stoll (Peter Ketnath), der Kriminalkommissarin Anna Badosi (Nina Gnädig), dem IT-Spezialisten Rico Sander (Benjamin Strecker) und dem Kriminaldirektor Michael Kaiser (Karl Kranzkowski) eine verschworene Gemeinschaft bildet. Jeder im Team verfügt, abgesehen natürlich von dem richtigen Riecher, über spezielle Fähigkeiten und Kenntnisse, die es unmöglich erscheinen lassen, dass ein Verbrechen, sei es noch so raffiniert, unaufgeklärt bleibt. 

Ihnen jetzt gewissermaßen auf die Finger oder besser gesagt auf die Schreibtische zu schauen, war spannend wie die Serie selbst, die immer donnerstags um 18.05 Uhr im Zweiten läuft. Rolf Steinacker, seines Zeichens Produktionsleiter führte unterhaltsam, wie es sich fürs Fernsehen gehört, durch die Räume. Unterstützt wurde er von Hansgert Eschweiler, Pressesprecher. Die beiden hatten wirklich Außergewöhnliches zu berichten. Pro Jahr werden 25 Folgen der Serie produziert und das Ganze seit neun Jahren. Derzeit wird die 200ste Folge abgedreht. Gedreht werde wirtschaftlich, so der Produktionsleiter. Das heißt, dass sich nicht Sequenz an Sequenz reiht, sondern dass alle Motive, die im Verhörraum oder in der Pathologiegedreht werden müssen, nacheinander abgedreht werden. Da das nicht immer der Logik folgt, müssen sich die Schauspieler immer wieder neu emotional in Situationen reindenken. Eine echte Herausforderung. Auf knapp 2000 Quadratmetern erstreckt sich die Fernsehwelt. Das Besondere: dass es in diesem Studio die schönen deckenhohen Fenster gibt, die noch vom historischen Reitstall stammen, der früher auf dem Areal des Römerkastells in Bad Cannstatt stand. Durch die Sprossenfenster fällt Tageslicht und im Hintergrund der Filmaufnahmen kann schon mal ein echter Bus vorbei fahren.

Pro Folge werden etwa sechs Drehtage benötigt. Beim Dreh selbst geht es immer beengt zu. Wenn vor der Kamera ein Schauspieler steht, dann stehen dahinter 30 Menschen. Dann gibt es den Schreibtisch der Kriminalhauptkommissarin zu bestaunen. Ordentlich, aufgeräumt, eben wie die Frau selbst. „Wir versuchen, die Charaktere über die Accessoires am Schreibtisch, in der Kleidung oder der Mimik entstehen zu lassen“, erzählt Eschweiler. Dann das Highlight: die Pathologie. Sehr speziell, weil es der originale Tisch des früheren Feuerbacher Krankenhauses ist. Und sehr speziell, weil nur hinter einer einzigen Kühltüre tatsächlich Raum für einen Schragen ist, auf dem eine Leiche liegen kann. „Wenn Sie genau hinsehen, dann wird jede Leiche immer an derselben Stelle aus dem Kühlfach gezogen“, verrät Eschweiler.

Mit großen Augen und noch größerem Erstaunen zieht die Besuchergruppe von Drehort zu Drehort: Die Werkstatt, das Hausboot, oder das Chefzimmer. Und bevor es dann standesgemäß nach erledigter Ermittlung zum gemeinsamen Essen zum Italiener nebenan im Römerkastell geht, sind sich alle einig: „Ich muss mir das jetzt mal im Fernsehen ansehen!“ Wie? Da hat doch jemand bei der Befragung geschummelt! „Wer von Ihnen hat noch nie die Soko gesehen“, hat Eschweiler beim Rundgang zu ermitteln versucht. Doch niemand hat den Finger gehoben! Aber jetzt nach diesem exklusiven Rundgang wird die Einschaltquote sicherlich deutlich ansteigen.