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22.01.16 - Kategorie: Neues von ZEIT FÜR MENSCHEN

Freundeskreis Samariterstift will Café wiederbeleben

Seit einem Jahr ist es still im Café WunderBar. Seit die Lebenshilfe den Betrieb eingestellt hat, tut sich dort nur noch wenig. Das soll sich nach den Vorstellungen des Freundeskreises Samariterstift ändern.


Ein Bild aus besseren Zeiten: Mitarbeiter der Lebenshilfe servierten im Café WunderBar im Seniorenzentrum Altenstadt nicht nur Kaffee und Kuchen. Mittlerweile ist das kleine Café bereits seit einem Jahr verwaist. Der Freundeskreis Samariterstift arbeitet an einer Wiederbelegung. 
 Vor einem Jahr war Zapfenstreich im Café WunderBar in der städtischen Begegnungsstätte im Altenzentrum Bronnenwiesen. Das Pilot- und Vorzeigeprojekt, das 2007 den Betrieb aufgenommen hatte, wurde geschlossen. Laut Lebenshilfe war der Betrieb, bei dem zwölf behinderte Menschen und drei Hauptamtliche in mehreren Schichten Kaffee und Kuchen servierten und in den letzten Jahren auch Mittagessen anboten, defizitär. Die Monatsumsätze von 4500 bis 5500 Euro deckten nach Angaben der Lebenshilfe nie die Kosten. Der Freundeskreis Samariterstift Geislingen, dessen Vorgängerverein, der Förderverein Bronnenwiesen, 250.000 Euro für den Bau der 450.000 Euro teuren Begegnungsstätte im Seniorenzentrum beigesteuert hat, will jetzt allerdings nicht mehr zusehen, wie diese Räume brachliegen. Bei einer Vorstandssitzung vor Ort in Altenstadt berichtete Uwe Glöckner, Chef der Einrichtungen der Samariterstiftungen in Geislingen und gleichzeitig Vorstandsmitglied im Freundeskreis, über seine Bemühungen, das Café wieder mit Leben zu erfüllen. In einem Schriftwechsel mit dem Chef des Stadtbauamts, Karl Vogelmann, hatte er Letzterem unterbreitet, das Samariterstift könne mit ehrenamtlicher Unterstützung – beispielsweise durch das Mehrgenerationenhaus, den Cafébetrieb wieder aufnehmen. Voraussetzung allerdings: Es dürfen keine Mietkosten anfallen. Einen professionellen Pächter für das kleine Café in der Begegnungsstätte zu finden, ist nach Ansicht des Freundeskreises völlig abwegig. 

Zum einen ist in der Umgebung der Bronnenwiesen mittlerweile zu viel Konkurrenz entstanden, zum anderen ist die Infrastruktur des Versorgungsbereichs viel zu eng mit der des direkt angrenzenden Altenpflegeheims verknüpft. So gibt es beispielsweise eine gemeinsame Kühlanlage für die Küchen, erklärt Uwe Glöckner. In der Begegnungsstätte, die sich zum Café hin durch Wände abtrennen lässt, finden laut Glöckner derzeit unter der Woche vormittags Sprachkurse für Flüchtlinge statt. Der Raum wird mehrfach durch das Mehrgenerationenhaus genutzt und durch das betreute Wohnen in den Bronnenwiesen. Für die Begegnungsstätte hatte der Förderverein Bronnenwiesen kurz nach Fertigstellung 2007 zudem ein Klavier und eine Tonanlage gestiftet, für den Außenbereich wurden Sonnenschirme beschafft. Die hinter einem Rollladen versteckte Küche ist ausgestattet mit Besteck und Geschirr. 

Für den Freundeskreis-Vorsitzenden Peter Maichle ist es ein Jammer, dass vieles davon nicht mehr genutzt wird. Und Gerhard Engler fordert genauso wie Rolf Nau, beide ebenfalls Vorstandsmitglieder, es muss mit der Stadt verhandelt werden, dass hier bald wieder Leben einzieht und die Begegnungsstätte ihrem Namen gerecht wird. Peter Maichle, Gerhard Engler und Uwe Glöckner wollen jetzt ein Gespräch mit Geislingens OB Frank Dehmer vereinbaren, um ihm Vorschläge zu unterbreiten, wie ein Cafébetrieb möglicherweise ehrenamtlich und mit Unterstützung des Samariterstifts organisiert werden kann. Kernpunkt dabei wird vermutlich sein, ob die Stadt auf Mietzahlungen besteht.