Sieben auf einmal >
< Die Bildungspartnerschaft zwischen der Ersberg - Werkrealschule in Nürtingen und dem Dr. Vöhringer-Heim der Samariterstiftung besteht seit 2009, zur Waldorfschule in Nürtingen seit 2012.
01.01.13 - Kategorie: Neues von ZEIT FÜR MENSCHEN

Jugendprojekte im Samariterstift Pfullingen 2012


Treffen verschiedene Generationen aus unterschiedlichen Lebensbezügen aufeinander, stellt dies eine Bereicherung für alle Beteiligten dar. Dies zeigt sich an den, zum großen Teil schon langjährigen, verschiedenen Jugendprojekten in den Pfullinger Häusern die sich bei „jung und alt“ großer Beliebtheit erfreuen. Abwechslung, Spaß und interessante Begegnungen stehen hier auf der Tagesordnung. 

Grundschüler der Laiblinschule sind regelmäßig Montag nachmittags mit einer begleitenden Lehrkraft zum „Spieletreff“ im Samariterstift Pfullingen. Das Angebot richtet sich an alle Bewohnerinnen und Bewohner, die Interesse an bekannten Brett- und Gesellschaftsspielen haben wie z.B. „Mensch-ärgere-dich-nicht“, „Domino“ oder „Stadt-Land-Land-Fluss“. Sowohl die Bewohner als auch die Kinder sind begeistert. Ein Lehrer berichtete, dass sogar mehr Schülerinnen und Schüler an dem Projekt teilnehmen möchten, als es möglich ist. 

Seit bereits mehr als 10 Jahren findet außerdem ein regelmäßiger Besuchsdienst durch Jugendliche der Uhlandschule im Samariterstift Pfullingen statt. Die Schülerinnen und Schüler kommen im Rahmen einer freiwilligen AG für die Dauer eines Schuljahres jeden Mittwoch ins Haus. Die Nachmittage werden gemeinsam mit der Lehrerin vorbereitet und mit den Bewohnerinnen und Bewohnern durchgeführt. Das abwechslungsreiche Programm reicht von Gesellschafts- und Bewegungsspielen, über musikalische Angebote bis hin zu Spaziergängen oder kreativem Gestalten. Eine Einführung zu Beginn des Schuljahres durch die Sozialdienstmitarbeiterin Janine Appelt klärt über Verhaltensregeln auf, spricht Berührungsängste an und informiert über wichtige Themen wie die Bedeutung von Pflegebedürftigkeit, „alt sein“ und Demenz sowie den Umgang damit. Jeder Besuchsdienstnachmittag beginnt und endet mit einer gemeinsamen Besprechung an der die Jugendlichen, die Lehrerin und die Sozialdienstmitarbeiterin anwesend sind, um eine optimale Vor- und Nachbereitung des Angebotes zu gewährleisten. Am Ende des Schuljahres erhalten die Schülerinnen und Schüler bei einer kleinen Abschiedsfeier ein Zertifikat, ein Geschenk und die Anerkennung für ihre besondere Leistung. Das Haus am Stadtgarten erhält in einem solchen Rahmen Besuch von Jugendlichen der Schlossschule. Über das Projekt „Compassion“, das mit der Schloss Werkrealschule vereinbart wurde, besuchen dort Schüler der 8. Klasse die Bewohner in ihren Gruppen. 

Das Auszubildenden-Projekt „Freundschaft auf Zeit“, welches bereits in Kooperation mit der Stadtverwaltung Pfullingen mit großem Erfolg durchgeführt wurde, soll nach einer einjährigen Pause im Jahr 2013 erneut stattfinden. Hierbei werden die jungen Erwachsenen für Besuche im Samariterstift Pfullingen stundenweise von ihrem Arbeitstag freigestellt um im Pflegeheim soziale Kompetenzen zu erwerben und auszubauen. 

Begehrt sind auch die vielfältigen Möglichkeiten in den Pfullinger Häusern ein Praktikum zu absolvieren. Ob dies freiwillig oder im Rahmen eines Schulprojektes (z.B. TOP-SE, BORS, BOGY) entsteht, ob die Jugendlichen am Block oder an einzelnen Tagen, über einen kurzen oder längeren Zeitraum hospitieren und mitarbeiten möchten, den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Die Praktikanten werden entweder in der Tagespflege oder in Begleitung eines Betreuungsassistenten auf den Pflegebereichen eingesetzt. Die gute Begleitung der Jugendlichen ist hierbei besonders wichtig. Jeder Praktikant wird von der Sozialdienstmitarbeiterin in einem Vorbereitungsgespräch eingewiesen und informiert, offene Fragen und Ängste werden hierbei geklärt und eine „Info-Mappe“ hilft zusätzlich bei der Einarbeitung. Der enge Kontakt zu den Schülern und den Mitarbeitern während des Praktikums sind ebenso von Bedeutung wie die Wertschätzung zum Abschluss. Die Jugendlichen erhalten hierbei ein Zertifikat, ein Geschenk, aber auch Informationen über den Bundesfreiwilligendienst, das freiwillige soziale Jahr, über soziale Berufe und eine Einladung wieder zu kommen. 

Konfirmanden bekommen die Möglichkeit diakonische Arbeit ihrer Kirchengemeinde kennen zu lernen. Kurze Praktika an zwei Nachmittagen in der Tagespflege bieten hierbei optimale Einblicke. 

Eine Bildungspartnerschaft mit der Wilhelm-Hauff-Realschule soll die verschiedenen Praktika-Möglichkeiten im Samariterstift Pfullingen nochmals verstärkt unterstützen. Bei „Info-Runden“ mit Auszubildenden des Samariterstifts werden Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Hauff-Realschule über den Beruf der Altenpflegerin bzw. des Altenpflegers informiert und ihnen werden Möglichkeiten in diesen Beruf „hineinzuschnuppern“ eröffnet. 

Auch für andere Schulen werden Berufsorientierungsnachmittage angeboten, welche auf Wunsch in den Räumen des Samariterstifts oder im Klassenzimmer der Schule stattfinden können. Ebenso ist eine Beteiligung an der „Diakonie-Roadshow“ geplant, bei der über verschiedene Berufe an Schulen informiert wird. 

Die Pfullinger Häuser legen besonderen Wert auf eine gute Einbindung junger Menschen in den Alltag des Pflegeheimes und möchten mit ihren vielfältigen Projekten Zukunftsperspektiven in sozialen Arbeitsfeldern eröffnen sowie das Leben der Heimbewohnerinnen und Heimbewohner bereichern. Ganz nach dem Jahresmotto der Samariterstiftung 2013: „Lebensqualität mit Weitblick“ für jung und alt.  (Ein Bericht von Janine Appelt, Sozialdienstmitarbeiterin im Samariterstift Pfullingen, Kontakt über Tel. 07121 9734-45)